Zeit der Verlangsamung und Verbindung mit Mutter Erde

Wir müssen von Zeit zu Zeit eine Rast einlegen und warten, bis uns unsere Seelen wieder eingeholt haben.
Indianische Weisheit

Mit dem ersten Schnee treten wir in die kalte Jahreszeit ein. Und mit Ende November sind wir in die sogenannte „Kiva Zeit des Träumens“ eingetreten. Auf die alte Weise ehrten die Menschen das Gleichgewicht in allen Dingen. Sommer ist die Zeit der lebendigen Aktivität. Winter ist die Zeit der vollkommenen Stille. Die süße und sanfte Dunkelheit des Winters kommt auf uns zu. Der Winter ist eine energetisch weiche und ruhige Zeit, in der sich der nächste Zyklus unseres Lebens darauf vorbereitet, geboren zu werden. Wenn wir ruhig werden und wirklich hinhören, eröffnet sich uns ein Blick in unsere Zukunft…

Was bedeutet Kiva?

Kiva, Verbindung mit Mutter Erde

Kivas waren architektonisch einzigartige Räume oder Strukturen, die von den amerikanischen Ureinwohner gebaut wurden, zeremonielle Räume, in die die Menschen eintreten konnten und für die Winterzeremonie in völliger Dunkelheit in ihrer Traumzeit sein konnten.

Die vier Kiva Monde vom 21. November bis 21. März erinnern uns daran, uns nach innen zu kehren und zu verlangsamen. Während wir am Feuer sitzen und Geschichten aus diesem vergangenen Zyklus erzählen, sollten wir drangehen, das loszulassen, was wir nicht mehr brauchen. Dies ist der Schwerpunkt des ersten Kiva Moon bis zum 21. Dezember.

Nehmen Sie sich Zeit, an einem ruhigen Ort oder in der Natur, und reflektieren Sie über folgende Fragen:

Was möchte ich loslassen?
Das können alte Verhaltensmuster sein, schlechte Gewohnheiten, aber auch materielle Dinge.

Wir schauen aber auch auf das Gute im vergangenen Jahr zurück, auf die „Ernte“, die wir eingefahren haben. Auf jene Dinge und Erfahrungen, die uns bereichert haben und uns wachsen ließen.

Was ist meine „Ernte“ des vergangenen Jahres?
Worauf bin ich stolz? Was hat sich zum Positiven verändert? Welche Samen, die ich gepflanzt habe, sind aufgegangen?

Letztlich geht es darum, die Intensität des Lebens von Sommer und Herbst zu reduzieren. Es ist eine Zeit, um dankbar zu sein für alles, was uns das Leben in diesem letzten Zyklus angeboten hat.

Warum ist Träumen wichtig?

Loslassen vom Alten

Unser menschliches Leben erfordert so viel, dass wir feststellen, dass unsere Verantwortung wächst und nur sehr wenig Zeit zur Verfügung steht, um zu reflektieren, zu überprüfen und uns zu fragen, was wir wollen. Die Zeit zum Nachdenken ist das, was am meisten gebraucht wird, um die Geschäftigkeit, den Stress und die Herausforderung unseres Lebens auszugleichen. Die Kiva ist eine Zeremonie mit der Mutter Erde, wo wir tiefer in uns selbst eindringen und träumen…

Mit unseren Träumen pflanzen wir aber auch die Samen für den nächsten Zyklus unseres Lebens, für das kommende Jahr.

So wie die Samen im Boden der Mutter Erde ruhen, halten wir Menschen die Samen der Zukunft in unseren Herzen. Und da keiner von uns zufällig hier ist, ist dies die Zeit, unseren Traum von uns selbst zu erneuern, und den Traum von der Zukunft, den wir die unsere nennen.

Diese uralte Praxis hilft jedem von uns, sich zu heilen, zu erneuern und anzupassen, um auf unserem Weg bewusst voranzukommen. Die Träume, die jeder von uns trägt, sind wichtig. Sie repräsentieren die Sehnsucht unseres menschlichen Geistes nach Offenbarung.

In der Tradition der Earth Wisdom ist die Kiva-Traumzeit eine Zeit der Stille des Geistes – Zeit nehmen, um sich nach innen zu wenden, zur Stille und zum eigenen Kern. Eigentlich ist es das, wonach sich unser Geist sehnt, einfach in der Stille zu sein und zu reflektieren, zu heilen und zu träumen. Das Träumen ist wichtig, denn der Traum vom Leben entfaltet sich immer, ähnlich wie der Samen unter dem Schnee, der auf das Erwachen des Frühlings wartet. In der Kiva-Zeit sind wir in Harmonie mit dem Zyklus der Erde und erlauben uns, durch unsere Träume, durch Visualisierung und unserer Absicht das Neue ins Leben zu rufen.

Diese Energie der Absicht ist eine wichtige Eigenschaft für unser Geschenk ans Leben, das, was wir zurückgeben wollen. In dieser Zeit des Wandels ist es wichtig, nicht einfach abzuwarten, was das Leben uns bringt oder was andere tun.  Vielmehr ist es wichtig, in uns selbst zu schauen, was wir in unser Leben bringen wollen, was sich manifestieren soll. Es ist wichtig, sich im Detail vorzustellen, wie diese Veränderungen aussehen, als ob sie bereits stattfinden – sie zu spüren und zu spüren, was sie von uns selbst verlangen. Die Dinge können zu dir kommen, als Gelegenheit, und du kannst mit Offenheit und Flexibilität reagieren.

Welche Samen pflanze ich fürs kommende Jahr?
Was soll sich in meinem Leben manifestieren?

Ich selbst nehme mir jedes Jahr eine persönliche „Kiva-Zeit“ von 2-3 Tagen, ziehe mich zurück in unsere Almhütte, verbinde mich mit der Natur, reflektiere und träume…

Immer wieder biete ich auch eine 3-tägige „Kiva-Ceremony“ an, um Menschen die Möglichkeit zu geben, sich gemeinsam „zwischen die Zeiten“ zu begeben. Im Flyer unten finden Sie mehr Informationen dazu. Nehmen Sie doch einfach Kontakt mit mir auf, ich erzähle Ihnen gerne mehr…

Kiva, Zeit zum Innehalten, Reflexion, Träumen, Besinnung

Ich erkannte, dass sie die Stille nötig hatten, denn nur in der Stille kann die Wahrheit eines jeden Wurzeln schlagen und Früchte tragen.
Antoine de Saint Exupery

Wie führe ich mich selbst?

 

SSich selbst steuern zu können ist der Ursprung für allen beruflichen und persönlichen Erfolg. Wer sich selbst führt, der lebt sein eigenes Leben und nicht das anderer. Führung ist daher zuallererst Selbstführung. Andere wirksam zu führen bedarf hoher innerer Klarheit und authentischen Handelns. Erkennbare Selbstführung schafft ein hohes Maß an Vertrauen bei Menschen, was wiederum die Basis ist, um sich führen zu lassen.

Was bedeutet „persönlicher Backbone“?

“Backbone” ist das englische Wort für Rückgrat, also für das tragende Element unseres Knochengerüsts. Hier haben alle größeren Bewegungen ihren Ursprung. Ohne eine gesunde Wirbelsäule sind Bewegungen entweder schmerzhaft – oder nicht möglich. Wenn wir dieses Bild des Rückgrats auf unser Leben übertragen, dann stellt der persönliche Backbone das tragende Element dar, auf dem wir unser Dasein tagtäglich aufbauen.

Wie finde ich zu mehr Klarheit und Orientierung?

Der Backbone Prozess ist intensive Arbeit an der eigenen Persönlichkeit. Er ist eine dreitägige „Entdeckungsreise“, auf der wir herausfinden, was für uns, unser Leben und unseren Beruf wirklich bedeutsam und sinnstiftend ist. Im Rahmen des Prozesses werden folgende aufeinander aufbauende Leitgedanken bearbeitet:

      1. Historie: Welche wichtigen Erfahrungen haben mein Leben geprägt?
      2. Standortbestimmung: Was sind meine Stärken und Schwächen? Wofür stehe ich?
      3. Berufung: Was ist mein Beitrag zu dieser Welt, meine Bestimmung? Was sind die für mich bedeutsamen Werte?
      4. Ambition: Wo liegt meine Zukunft, was ist mein Traum, was will ich erreichen?
      5. Mein Weg: Wie überwinde ich Barrieren und gestalte ganz konkret das nächste Kapitel meines Lebens? Mit welchen Verhalten sabotiere ich mich immer wieder selbst?

Resultat der Entdeckungsreise ist ein tieferes Bewusstsein des eigenen Wesens und ein Verständnis unserer inneren Dynamiken. Dazu haben wir Strategien erarbeitet, anhand derer wir in unserem Alltag unsere persönlichen Ressourcen effektiv, zielorientiert und nachhaltig für unsere Berufung einsetzen können. Damit können wir auch unter schwierigen äußeren Bedingungen authentisch und kongruent nach unseren Werten handeln. Wir haben unseren inneren Kompass entwickelt, finden zu mehr Klarheit und Orientierung.

Für wen ist der Prozess besonders geeignet?

Die Teilnahme am Self Leadership Backbone Prozess eignet sich besonders für Menschen, die:

  • sich in einer persönlichen oder beruflichen Um- oder Neuorientierung befinden
  • persönliche Entwicklungsprozesse anstoßen und ihrem Leben Richtung geben wollen
  • ihren persönlichen Fokus und damit einhergehend Klarheit für ihr Leben entwickeln wollen
  • ihre (berufliche) Bestimmung erkennen und ihr Leben danach ausrichten wollen
  • sich mit ihrem Lebensweg auseinandersetzen wollen
  • Antworten auf die für sie wirklich wichtigen Fragen finden wollen
  • ihrer Verantwortung für sich oder andere Personen stärker gerecht werden wollen
  • in einer Umbruchphase ihre eigene Situation klären und zu sich finden wollen

Dr. Michael Paula

Berater und Coach, Earth Wisdom Guide (Ehama Institute, New Mexico)

Unser Verstand ist ein mächtiges Instrument. Geschult und trainiert von klein auf hilft er uns unsere Tagesgeschäfte zu verrichten, Probleme lösen, Urlaube zu planen und im Supermarkt einzukaufen (obwohl da auch manchmal unser Bauch mitentscheidet).

Wir verlassen uns in den meisten Situationen auf unseren Verstand, wir sind stolz auf unsere intellektuellen Fähigkeiten. Aber wenn es um wichtige Entscheidungen geht, lässt uns unser Verstand oft im Stich und wir müssen akzeptieren, dass uns oftmals nicht genug Informationen zur Verfügung stehen, dass es unserem „Computer“ an zuverlässigen Daten mangelt, um logische Schlussfolgerungen zu ziehen.

Was tun wir dann? Wir verlassen uns auf unser Gefühl, hören auf unseren Bauch und fühlen uns dabei oft unwohl. Dabei haben wir nur vergessen, dass wir über viel mehr Fähigkeiten verfügen, um zu „wissen“, dass wir diese unterdrücken oder besser verlernten Fähigkeiten nur wieder trainieren und ihnen vertrauen müssen, um bessere Entscheidungen zu treffen und kreativere Lösungen für unsere Probleme zu finden.

Ein Teil unserer Arbeit mit Klienten ist, sie auf jene Weisen des „Wissens“ hinzuweisen und es sie erfahren zu lassen, die jenseits unseres Verstandes liegen.
Wir unterscheiden dabei

„Four Ways of Knowing“ – 4 Wege des Wissens

  • Intuitives Erkennen und Wissen
  • Empfinden und emotionales Wissen
  • Fühlen und körperliches Wissen
  • Denken und kognitives Wissen

Intuitives Erkennen und Wissen

Intuitives Erkennen und Wissen bedeutet, uns Wahrnehmungen jenseits unserer fünf Sinne zu öffnen und dabei auf Einsichten oder Ideen zu achten, die oft spontan und unerwartet auftauchen. Intuition ist eine wertvolle Quelle für Informationen und eine Fähigkeit, die jeder lernen und entwickeln kann – indem wir z.B. auf Bilder, Träume, Symbole und Vorahnungen achten.

Empfinden und emotionales Wissen

Emotionales Wissen beschreibt das Erkennen und Wissen, dass wir durch unsere Gefühle und Emotionen erlangen. Sie sind eine mächtige Quelle für Informationen, die unsere eigenen Reaktionen betreffen, über andere Menschen und über das, was rund um uns passiert.

Fühlen und körperliches Wissen

Körperliches Wissen ist jenes, das wir durch unsere Körper erlangen. Wenn wir auf unsere körperlichen Empfindungen im gegenwärtigen Augenblick achten, können wir nützliche Informationen über uns selbst, andere Menschen und unsere Umgebung empfangen. Die Neurowissenschaften bestätigen, dass wir unsere Fähigkeit zu erkennen und zu wissen erweitern können, wenn wir lernen, auf unsere Sinne und unseren Körper zu hören. Dadurch können wir auch die Qualität unserer Beziehungen und unser Wohlbefinden erhöhen.

Denken und kognitives Wissen

Beim Denken liegt der Schwerpunkt auf unseren mentalen, intellektuellen und kognitiven Fähigkeiten. Diese sind besonders nützlich, wenn es darum geht, Ereignisse und Erfahrungen zu interpretieren, Daten zu analysieren und logische Abläufe zu planen. Die Ausbildung in unseren Schulen und Universitäten, ebenso wie professionelles Training, bevorzugen kognitives Wissen – manchmal auf Kosten und zum Nachteil der anderen Wege des Wissens.

Wir haben gelernt, unser Denken sei wichtiger als unser Fühlen. Andererseits brauchen wir nur unsere Fähigkeit des Fühlens und Spürens entwickeln – ohne immer über alles nachzudenken und uns gar zu sehr auf das zu stützen, was wir mit den Augen sehen oder mit dem Verstand begreifen.
In unserer stark rationalen, technologiegeprägten Zeit ist es eine große Herausforderung, unseren Gefühlen, Intuitionen und Imaginationen wieder zu trauen.

Oder wie ein altes Sprichwort lautet:

„The mind is a good servant but a bad master“

Ich möchte jetzt gar nicht darauf eingehen, wohin uns unsere geistigen Fähigkeiten gebracht haben – im Positiven wie im Negativen. Aber unsere anstehenden Probleme werden wir nicht mehr nur mit unserem Intellekt lösen können. Oder wie Einstein sagte:

Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind“

Wie entfalte ich die Magie des Augenblicks …?

Stellen Sie sich vor, jeder Augenblick ist eine Verpackung für Empfindungen und Wahrnehmungen, die ein magisches Geschenk für Sie bereithalten. Es handelt sich dabei um das Geschenk der Gegenwart. Sie haben die Wahl, dieses Geschenk auf dem Stapel „Vergangenheit“ abzulegen oder es für später auf dem Stapel „Zukunft“ aufzubewahren. Wenn Sie allerdings Zugang zur besonderen Kraft des gegenwärtigen Augenblicks haben, können Sie das Verpackungspapier wegreißen und das Geschenk sofort in Empfang nehmen.

Wie alle schönen Geschenke ist das Geschenk des Augenblicks ein sehr schlichtes. Sein Wesen liegt in der Wertschätzung. Allmählich gelingt es uns, die Schönheit, die uns umgibt, das Besondere in unseren Freunden und Kollegen zu schätzen. Und schlussendlich, wenn wir besonders viel Glück haben, fangen wir sogar damit an, uns selbst zu schätzen …

Die ersten beiden Absätze sind dem Buch „The Way of Nowhere: 8 Questions to Release Our Creative Potential“ entnommen und beziehen sich darauf, wie wir präsenter werden können, ganz im Hier und Jetzt zu sein, das kreative Potenzial freizusetzen, das zwischen uns und allen Dingen existiert. Dieser Raum ist voller Potenzial – Potenzial für neue und tiefere Beziehungen, Potenzial für neuartiges Lernen und neue Einsichten und Potenzial für neue Ideen und Wege in die Zukunft.

Die Fähigkeit, die Magie des Augenblicks zu entfalten, bildet auch das Herzstück jeglicher unternehmerischer Kreativität. Sie hilft uns, die Pfade unserer vorgefassten Meinungen zu verlassen und schafft Platz für Neuerungen. In diesem höheren Zustand erreichen wir auch neue Ebenen der Wertschätzung füreinander und für uns selbst. Ohne diese Bewusstheit und gesteigerte Aufmerksamkeit verpassen wir häufig jene entscheidenden inspirierenden Momente, die zu neuen Einsichten und Durchbruchslösungen führen.

„To see a world in a grain of sand and a heaven in a wild flower, hold infinity in the palm of your hand and eternity in an hour“ (William Blake)

Dieses berühmte Zitat des englischen Dichters und Künstlers William Blake weist auf die Essenz dieser Quelle hin, uns und unsere Fähigkeit, die Magie jedes einzelnen Augenblicks zu entfalten. Wir alle tragen diese Fähigkeit in uns – und über den Weg der Achtsamkeit können wir lernen, Verantwortung dafür zu übernehmen, hier auf dieser Welt zu sein. Durch diese Fähigkeit lernen wir Kreativität als „Bewusstsein [kennen], das aus der kreativen Spannung zwischen den Möglichkeiten und Begrenzungen entsteht“.

Achtsamkeit ist entspannte Aufmerksamkeit

Achtsam sein bedeutet, innere und äußere Vorgänge mit ungeteilter, entspannter Aufmerksamkeit zu beobachten und „das ganze Bild“ aufnehmen. Achtsamkeit ist mehr als nur Konzentration: Konzentration heißt, sich auf einen Gedanken oder ein Objekt zu fokussieren, sie wird z.B. gebraucht beim Lösen von Rechenaufgaben. Achtsamkeit dagegen brauchen wir bei neuen oder kreativen Aufgaben, wenn wir also nicht auf Bekanntes beziehen können.

In seinem Blog-Artikel „Warum Führungskräfte Achtsamkeit bei ihrer Arbeit brauchen“ beschreibt Roland Kopp-Wichmann sehr schön die verschiedenen Facetten und positiven Auswirkungen von Achtsamkeit und gibt auch praktische Hinweise, was vor allem Führungskräfte tun können, um bei ihrer Arbeit achtsamer zu sein.

Die innere Stille erleben

Zurück zum gegenwärtigen Augenblick, zurück ins Jetzt – eines der besten Bücher zu diesem Thema ist der Bestseller von Eckhart Tolle „Jetzt! Die Kraft der Gegenwart“ Aus dem Buchumschlag: Wer das „Leben im Jetzt“ praktiziert, verändert damit seine Wahrnehmung der Welt von Grund auf: Stück für Stück lösen sich die aus unserer persönlichen Vergangenheit stammenden psychologischen Muster auf… Wir gewinnen an Lebendigkeit und Frische, das tägliche Leben mit all seinen kleinen und großen Herausforderungen gelingt besser. Mühelosigkeit und Leichtigkeit stellen sich ein.

In vielen alten Weisheitslehren ist das Leben im „Jetzt“ der ultimative Seinszustand und wird oftmals mit Erleuchtung gleichgesetzt. „Bless the presence“ heißt es in der Huna-Tradition der hawaianischen Schamanen. Den „inneren Dialog“ anhalten ist das Ziel der toltekischen Lehren des Don Juan (siehe die Bücher von Carlos Castaneda). Auch bei der Methode der „Quantenheilung“ von Frank Kinslow geht es im Kern darum, „in den heilsamen Zustand des reinen Gewahrseins zu gelangen“.

Die Energie der Präsenz

Manche Menschen verfügen von Natur aus über diese Fähigkeit, andere lernen, sie zu entwickeln. Einige Zweige der Psychotherapie sowie Beratungs- und Coachingarbeit bieten wirksame Methoden, um diese Fähigkeit zu erhöhen. Menschen, die diese Fähigkeit vervollkommnet haben, besitzen eine auffallende Anziehungskraft, da sie hinter die Kulissen des Lebens blicken können. Sie lassen sich nicht so stark von der Form der Dinge beeindrucken, wie der Rest von uns. Worte, Handlungen oder Verhaltensweisen können sie nicht ablenken oder in die Irre führen.

Hinter diesen Äußerlichkeiten liegt unser eigentliches Selbst, unser wahrer Kern. Wer wirklich präsent ist, ist sich seines wahren Wesens um vieles bewusster und nimmt dies auch bei den Menschen in seinem Umfeld wahr. Wer im gegenwärtigen Augenblick lebt, achtet darauf, wie es den anderen geht und wie die Beziehungen untereinander verlaufen. Die Einfühlsamsten können mittels ihrer Fertigkeit und Empathie benennen, was sie sehen und so einen Ausgleich zwischen der Form und dem wahren Wesen schaffen.

Wir alle haben das Potenzial, uns in die Menschen in unserem Umfeld soweit einzufühlen, dass wir ihre Gefühle fühlen und ihre Gedanken denken können. Wir können lernen, einander so zuzuhören, als würden wir einem Teil unsers Selbst zuhören. Wenn diese Fähigkeit vollends zum Tragen kommt, kann das zutiefst verblüffend sein, ja beinahe mystisch wirken.

Die rationalen, analytischen Informationen, die unsere Wahrnehmung beherrschen (wenn wir es zulassen), sind ungeheuer wertvoll. Dennoch müssen wir, um tatsächlich unter die Oberfläche des Lebens zu schauen, ein Gleichgewicht zwischen dem Rationalen und der Intuition herstellen. Der Schlüssel dazu liegt in unserer Wahrnehmungsintelligenz. „Wahrnehmungsintelligenz“ bezeichnet unser Bewusstsein dafür, was über unsere fünf Sinne vor sich geht – was wir sehen, fühlen, riechen, schmecken und hören. Wir verfügen auch über andere, feinere Sinne, die die Wahrnehmung des Augenblicks bereichern können – etwa die Art, wie sich unsere Haut anfühlt, die starken inneren Rhythmen unseres Herzschlags und Pulses, unsere Selbstwahrnehmung, wenn wir uns durch Zeit und Raum bewegen, oder das Gefühl für unser inneres Selbst.
Im Gegensatz zu unserer rationalen Intelligenz basiert unsere Wahrnehmungsintelligenz definitionsgemäß auf dem Hier und Jetzt. Wir sehen jetzt, wir hören jetzt, wir schmecken jetzt. Während wir lernen, uns auf jene Informationen zu konzentrieren, die durch unsere Sinne auf uns einwirken, können wir einen Ausgleich zwischen dem Analytischen und dem Wahrnehmenden herbeiführen und Raum für unsere Intuition schaffen.

Dazu müssen wir unseren inneren Dialog zum Stillstand bringen, jenes unaufhörliche innere Geschwätz, das uns dazu verleitet, alles was wir denken oder fühlen, mit dem zu verwechseln, wer wir wirklich sind. Wenn wir darüber Kontrolle übernehmen und Ruhe in uns selbst finden, haben wir Zugang zu einer tieferen Quelle des Glücks – einer Quelle, die unser leuchtendes Selbst erhellt.

Das Wort Quest (auf deutsch: Suche, aus dem altfranzösischen queste) bezeichnet in der Artusepik die Heldenreise des Ritters oder Helden, in deren Verlauf er verschiedene Aufgaben löst, Feinde besiegt, Schwierigkeiten überwindet und dadurch Ruhm und Erfahrung erntet oder sein angestrebtes Ziel (zum Beispiel den heiligen Gral) erreicht. Sinn der Quest ist zumeist die Erfüllung ritterlicher Pflichten, aber auch die innere Reifung und Reinigung des Helden.

Die Taten eines Helden in Mythen, Romanen und Filmen ereignen sich auf einer Heldenreise, die durch typische Situationsabfolgen und Charaktere gekennzeichnet ist. Diese archetypische Grundstruktur wird, nach einem Begriff von James Joyce, auch als Monomythos bezeichnet. Als ein Grundmuster von Mythologien weltweit, hat vor allem der amerikanische Mythenforscher Joseph Campbell das Motiv der Heldenfahrt erforscht.

Was wir von „Star Wars“ und Harry Potter für unser eigenes Leben lernen können

So betitelt Andreas Salcher das Kapitel seines Buches „Der verletzte Mensch“, in dem er die mythologische Heldenreise mit der persönlichen Entwicklung von uns Menschen vergleicht.

„Die Auseinandersetzung mit den archetypischen Heldenfiguren in Märchen, Sagen und Legenden ist nichts Esoterisches, sondern Pflichtprogramm für jeden Regisseur auf der Welt – nicht nur in Hollywood. Joseph Campbell gilt neben C.G. Jung als einer der herausragenden Mythenforscher des 20 Jahrhunderts. Er untersuchte die Heldengeschichten in vielen Kulturen und fand heraus, dass diese alle nach einem einfachen Muster gestrickt sind. Das was Menschen von Helden lernen sollen, ist offensichtlich unabhängig von der Kultur und der Zeit. Die Situationen, die ein Held im Laufe seiner Geschichte zu bestehen hat, stehen für die Phasen, die wir alle in unserem Leben zu bewältigen haben. George Lucas bestätigte, wie sehr ihn die Forschungen von Campbell beeinflusst hatten, und die Urversion von „Star Wars“ hält sich sogar fast sklavisch genau an die Reise des Helden, die Campbell in seinem Buch „Der Heros in tausend Gestalten“ veröffentlicht hatte.“

Der „Held“ steht im Verständnis von Joseph Campbell immer für die Hauptfigur einer Geschichte, ist daher geschlechtsneutral  und kann auch zum Beispiel für ein Fantasiewesen wie den Hobbit Frodo Beutlin in „Der Herr der Ringe“ stehen. Forrest Gump, ein moderner Don Quichotte, zeigt, dass der Held keineswegs ein Krieger sein muss, der seine Prüfungen mit dem Schwert oder zumindest mit seiner Intelligenz meistert. Seine Waffen sind die des unschuldigen Toren – gerade deshalb lieben wir ihn so. Da „Star Wars“, „Harry Potter“ und „Der Herr der Ringe“ durch die Verfilmungen besonders bekannte Beispiele sind, erklärt Andreas Salcher anhand ihrer Geschichten die sieben Stufen der archetypischen „Reise des Helden“ und lädt seine Leser ein, die klassische Heldenreise mitzumachen und dabei Parallelen zu ihrem eigenen Leben zu entdecken:

Denken Sie an eine große Herausforderung, die Sie bisher in Ihrem Leben bewältigen mussten, und versuchen Sie in jeder Stufe die Gemeinsamkeit mit Ihrer eigenen Geschichte zu erkennen

1.    Am Anfang lebt der Held ganz normal in seinem Alltag

Luke Skywalker, der Held von „Star Wars”, langweilt sich zu Tode auf der Farm seiner Stiefeltern, Frodo Beutlin aus „Der Herr der Ringe“ lebt unbeschwert im Auenland. Harry Potter wohnt am Beginn seiner Geschichte bei seinen tyrannischen Zieheltern.

In Ihrem Leben kann das ein normaler Büro-oder Routinetag mit Ihren Kindern gewesen sein.

2.    Das Abenteuer ruft

Der Jedi-Ritter Obi Wan Kenobi fordert Luke Skywalker auf, mit ihm gemeinsam Prinzessin Leia zu retten. Gandalf gibt Frodo den Auftrag, den gefährlichen Ring nach mordor zu bringen und dort zu vernichten. Harry Potter wird vom Riesen Hagrid der Brief mit der Einladung an die zauberschule in Hogwarts überreicht.

Bei Ihnen war das vielleicht ein besonders schwieriger Auftrag, das Angebot für einen neuen Job oder die Nachricht über eine schwere Erkrankung.

3.    Der Held weigert sich

Gehe immer den Weg, vor dem du die größte Angst hast, dort liegt die Erneuerung. Doch weder unsere Filmhelden noch wir tun das freiwillig. In dieser Stufe geht es um die Angst. Der held weigert sich mit einer Vielzahl von Ausreden, die Herausforderung anzunehmen.

Sie können sich sicher noch gut erinnern, warum es viele plausible Argumente gab, nicht ins Unbekannte aufzubrechen. Was hat Sie zögern lassen, sich der Herausforderung gewachsen zu fühlen? Wovor hatten Sie Angst?

4.    Der Mentor tritt auf

Alle Heldengeschichten haben eine Figur, die an den berühmten Zauberer Merlin an König Artus‘ Hof erinnert, der dem Helden beisteht. Der Mentor stellt eine der wichtigsten mythologischen Figuren dar. Er steht symbolisch für das Band zwischen Schüler und Lehrer, zwischen Gott und dem Menschen. Es ist eine Lebensweisheit, dass wir einen Menschen benötigen, der uns Rat, Hilfe, Wissen oder auch praktische Fähigkeiten lehrt. Ganz wichtig ist, dass uns der Mentor zwar auf die Prüfungen vorbereitet, er sie uns aber nicht abnehmen kann.

Wer war Ihr Mentor?

5.    Die Prüfung, Feinde und Verbündete

Das Auftauchen von unerwarteten Verbündeten, wenn es aussichtslos für den Helden wird, ist typisch für Heldengeschichten, aber auch für unser Leben. Wenn man glaubt, es geht gar nicht mehr weiter, geht es dann doch weiter. Die unerwarteten Verbündeten lösen nicht die Aufgabe für uns, sie zeigen uns dafür, dass wir bereits alles in uns haben, um die Aufgabe zu bewältigen.

Welche inneren oder äußeren Gegner mussten Sie besiegen? Wer waren unerwartete Verbündete? Was haben Sie durch die Prüfung gelernt, welche neuen Kompetenzen an sich entdeckt, welche Einsichten gewonnen?

6.    Die Belohnung

Der Held wird nach der letzten Prüfung damit belohnt, dass er den Schatz bekommt. Das kann die Erlösung eines ganzen leidenden Reichs sein wie im Gral, ein besonderes Schwert oder auch der Zugang zu geheimem Wissen.

Was war Ihre Belohnung nach der bestandenen Herausforderung? Profitieren Sie heute noch davon?

7.    Die Rückkehr des Helden

Am Ende der Geschichte kehrt der Held wieder in den Alltag zurück. Aber er ist verändert, er hat die Kluft zwischen dem, was er war, und dem, was er sein könnte, kleiner gemacht – und ist dadurch gewachsen.

Was hat sich an Ihnen verändert, als Sie wieder in Ihre normale Welt zurückgekehrt sind?

In seinem Buch „Der verletzte Mensch“ resümiert Andreas Salcher:

Wir tanzen und spielen zu wenig

Zwei Fragen, die Sie sich selbst über Ihr eigenes Leben stellen können:

Was wollen Sie unbedingt vom Leben, was ist es, dem Sie mit aller Kraft nachjagen?

Was wäre das, was Sie tatsächlich brauchten?

Der Wendepunkt zum Guten in einer Geschichte wird oft in dem Moment erreicht, wenn der Held erkennt, was er wirklich braucht, was ihm wirklich wichtig ist. Manchmal dauert es sehr lange, bis man dies für sein eigenes Leben erkennt, selbst dann, wenn man eine so bedeutende Frau ist, wie das die Sterbeforscherin Elisabeth Kübler-Ross war:


„In der Schweiz wurde ich nach dem Grundsatz erzogen: arbeiten, arbeiten, arbeiten. Du bist nur ein wertvoller Mensch, wenn du arbeitest. Dies ist grundfalsch. Halb arbeiten, halb tanzen. Das ist die richtige Mischung! Ich selbst habe zu wenig getanzt und zu wenig gespielt.“

 

„Was nützt es uns, zum Mond zu fliegen,
wenn wir die Kluft, die uns von uns selbst trennt, nicht überwinden können.
Das ist die wichtigste aller Entdeckungsreisen,
und ohne sie sind alle übrigen nutzlos“

Antoine de Saint-Exupery