von Sabine Stögerer

Warum wir gerade jetzt den gegenwärtigen Moment schätzen sollten

Darf man in Zeiten wie diesen etwas anderes denken und schreiben, als über Covid-19? Ich glaube „Ja“, denn manchmal findet man Erleichterung, wenn man ein Thema aus einer anderen Perspektive betrachtet.

Carpe Diem | Lebe den Tag – diese Lebensformel haben wohl alle schon mal gehört. Kürzlich habe ich im Magazin Happinez Nr. 2 2020 aber folgendes Zitat gelesen:

„Welchen Tag haben wir?“, fragte Puuh.

„Es ist heute“, quickte Ferkel.

„Mein Lieblingstag!“, sagte Puuh.

Ich musste schmunzeln und dann war klar, diese Idee greife ich auf – denn es ist eine gute Idee. Puuh und Ferkel sind die Hauptfiguren in einem Kinderbuch. Wie oft schon ist es mir passiert, dass gerade in Kinderbüchern einfache, klare Weisheiten stecken. Ich lese viel und mein Bücherregal quillt über; ich bin altmodisch und liebe immer noch das haptische Gefühl beim Lesen eines Buches. Es sind viele zum Denken anregende dabei, manche enthalten Weisheiten aus vergangen und heutigen Zeiten. Aber immer wieder merke ich, dass in der Einfachheit der große Schatz verborgen ist. Nun auch das ist keine neue Weisheit. Fast alles wurde schon gedacht, geschrieben, gesagt und auch gleich von anderer Seite dementiert.

Wie aus einem Plan Realität wird

Eigentlich wollte ich an dieser Stelle über das Älterwerden schreiben. Über Generationen Management und all die wertvollen Erkenntnisse, die wir bereits für die Generation der Senioren haben. Mein Wunsch war es über „Active Wisdom“ zu berichten, um meine Erfahrungen zu teilen und so deine Neugierde dafür zu wecken. „Active Wisdom, an inquiry into elderhood“ ist eine wunderbare Möglichkeit die Lebensphase des „Elderhood“ zusammen mit Gleichgesinnten zu ergründen.

Was bedeutet Elderhood

Elderhood wird im Englischen verwendet und ist für mich eine charmante Titulierung einer Lebensphase. Den Begriff die Alten mag ich persönlich nicht so gern, die Ältesten überzeugt mich auch nicht, die Weisen ist bei uns noch nicht so geläufig, mit Senioren kann ich mich derzeit anfreunden. Den Titel Senior bekommen im Berufsleben die, die Verantwortung übernehmen und genug Wissen/Erfahrung und manchmal auch Weisheit haben. Wenn es aber um Active Wisdom geht, verwenden Michael und ich den Begriff Elderhood.

Was ist Active Wisdom

Wenn du mehr dazu wissen willst, dann findest du eine Beschreibung hier unter “Active Wisdom”. Die nächste Reise beginnt in Kürze im Juni 2020. Derzeit wird das Programm in Englisch durchgeführt und hat dadurch den Charm, dass du dich mit Menschen verschiedener Herkunft austauschen kannst. Wir arbeiten aber auch schon intensiv an einer Version für den deutschen Sprachraum – das wollen wir noch in 2020 anbieten – wir halten dich gerne dazu am Laufenden.

Präsent sein, was bedeutet das

„Heute ist mein Lieblingstag“ bedeutet auch präsent zu sein, jeden Moment bewusst zu erleben. Das kam mir in den Sinn, als ich diesen Artikel zu schreiben begonnen habe. Besonders in der Phase des Elderhood beginnen wir uns mit der Qualität des Lebens zu beschäftigen. Die Sehnsucht nach einem „guten Tag“, nach Lebensqualität und somit nach einem „Lieblingstag“ ist jedoch für alle Generationen ein Thema, unterscheidet auch nicht zwischen Geschlecht, Alter, Kultur, Herkunft, Hautfarbe, Größe, Bankkonto. Deshalb passt es so gut zu meinem heutigen Plan.

Was kann ein erster Schritt sein

Wenn heute mein Lieblingstag ist, dann könnte ich für einen Tag lang vergessen, was mich so beschäftigt; die vielen Fragen, Zweifel, Sorgen und Ja, aber. Dann ist heute auch egal, ob ich irgendeine Zahl + bin (in meinem Fall 58+).

 

Die Frage ist also, was kann ich tun, damit „Heute, mein Lieblingstag“ wird?

Ich kann mir natürlich auch die Frage stellen, was hält mich davon ab, dass „Heute, mein Lieblingstag“ wird?

 

Von Rüdiger Dahlke habe ich kürzlich sinngemäß gehört, dass unser Erfolg (etwas zu tun oder zu ändern) davon abhängt, wie mächtig unsere Ausreden sind. Wer kennt das nicht, angefangen mit den Neujahrsvorsätzen und endend mit der „Morgen ist auch noch ein Tag“ Philosophie.

Ab jetzt kannst du dich gerne selbst beobachten und an jeder Stelle, an der ein „Aber“ in deinem Kopf zu schreien beginnt, kurz LÄCHELN!

Was hältst du davon, wenn du gleich am Morgen in dich reinhorchst und fühlst wir es dir „Heute“ geht. Leider klappt das nicht am Vorabend, denn da ist „Heute“ ein anderes heute. LÄCHELN!

Für die „Heute-Methode“ ist es ganz wichtig zu wissen wie ich mich fühle. Denn nur wenn ich mir bewusst mache wie ich mich fühle, kann ich dafür sorgen, dass „Heute, mein Lieblingstag“ wird. Hier braucht es den Body-Mind-Soul Check. Nur wenn ich meinen „Betriebszustand“ kenne, kann ich meine „Betriebstemperatur“ so verändern, dass einem Lieblingstag nichts mehr im Weg steht.

Warum? Wirst du dich vielleicht fragen. Begriffe wie Disziplin, Loyalität, innerer Schweinehund drängen sich sofort auf und jetzt wieder LÄCHELN!

Ganz einfach, wenn ich munter werde und schlecht geschlafen habe, braucht es vielleicht nicht nur 3 Tassen Kaffee, um fit zu werden. Vielleicht gönne ich mir etwas Zeit an der frischen Luft, atme tief aus und ein, damit auch mein Körper fit wird, nicht nur der Kreislauf.

Wenn ich Hunger verspüre, sollte ich Zeit für ein Frühstück finden und wenn ich keinen Hunger verspüre, sondern Tatendrang, dann kann ich gleich loslegen.

Vielleicht klingt das für dich gerade sehr trivial, doch so oft habe ich erkennen können, dass es genau an dieser Stelle beginnt, wenn man Veränderungen in sein Leben holen will. Tu dir selbst Gutes, achte auf dich und deine Bedürfnisse, erlaube dir kleine Schritte auf dem Weg der Veränderung. Dann ist der Anfang für „Heute, mein Lieblingstag“ schon gemacht

Wenn ich deine Lust für Lieblingstage geweckt habe, bin ich für heute schon zufrieden.

Wenn du mir dazu schreiben möchtest, würde mich das sehr freuen. Auch habe ich vor, zu diesem Thema bald wieder etwas zu sagen, denn es gibt noch so viel zu teilen. Doch für heute ist es mal genug.

Herzlichst

Sabine
SongBird Says

Sabine Stögerer, ist Mutter eines erwachsenen Sohnes und lebt in Krems/Donau. Sie gehört mittlerweile zu den „Baby-Elders” (geb. 1961) und begleitet Menschen auf ihrer Reise durchs Leben. Reichlich Erfahrung mit Menschen konnte sie jahrelang als Human Resources Verantwortliche sammeln. Die notwendige Ausrüstung als Reisebegleiterin hat sie sich in vielen Ausbildungen und Kursen angeeignet. Aktuell ist sie Teil des Active Wisdom Teams.

www.songbirdsays.at – Your compass through life – is coming soon

 

 

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Wie wir Veränderungen meistern können

 

Gerade in Zeiten von Krisen scheinen die Ideale der Industriellen Revolution für mehr Fortschritt, mehr Entwicklung und mehr Wohlstand für viele Menschen nicht mehr relevant zu sein, aber wir haben Schwierigkeiten, sie loszulassen. Aber wenn wir im 21. Jahrhundert überleben wollen, müssen wir unsere Prioritäten überdenken.

Gerichtete Energie bewirkt Veränderung, oder wie das alte schamanische Sprichwort sagt: „energy flows, where attention goes“ – Energie folgt der Aufmerksamkeit.

Integrität bedeutet zu erkennen, dass unsere Entscheidungen Konsequenzen mit sich gebracht haben, und dass wir der Verantwortung für die Folgen nicht entgehen können.

Indigene Kulturen haben längst erkannt, dass die einzige Konstante der Wandel ist und dass das Prinzip der Interdependenz überlebenswichtig ist. Unter den indigenen Völkern sind Medizinmänner und Medizinfrauen, Häuptlinge, Älteste, Schamanen, Lehrer und Seher die „Meister der Veränderung“. Die schamanischen Traditionen, die von indigenen Völkern auf der ganzen Welt praktiziert werden, erinnern uns daran, dass Menschen seit Jahrhunderten die Weisheit der Natur und des Rituals nutzen, um Veränderungen und Lebensübergänge zu unterstützen, anstatt Lebensprozesse zu ignorieren oder zu verweigern, wie wir es oft tun.

Egal in welcher Welt wir jetzt leben bzw. leben werden, wir sind alle Menschen der Erde, die durch unsere gegenseitige Menschlichkeit miteinander verbunden sind. Wenn wir auf erdverbundene Völker hören, hören wir auf unser ältestes Selbst. Indigene Kulturen unterstützen Wandel und Heilung, Übergang und „Rites of Passage“, durch mythische Strukturen und durch die Eingliederung von Kunst, Wissenschaft, Musik, Ritual und Theater in das tägliche Leben. Jede Kultur der Welt hat Gesang, Tanz und Geschichtenerzähler, und das sind Praktiken, zu denen wir alle Zugang haben. Wir haben auch Zugang zu den „4 Schilden der Balance“, vier inneren Archetypen, die als Blaupausen für menschliches Verhalten dienen und die in der mythischen Struktur von Gesellschaften auf der ganzen Welt vorhanden sind.

Auf vierfache Weise leben

 

Großvater, großer Geist, du hast die Kräfte der vier Viertel der Erde dazu gebracht, sich zu kreuzen. Du hast mich dazu gebracht, den guten Weg und den Weg der Hindernisse zu gehen, und wo sie sich kreuzen, ist der heilige Ort. Tag ein, Tag aus, für immer, du bist das Leben der Dinge.

Black Elk, Oglala Sioux

 

Praktisch alle schamanischen Traditionen nutzen die Kraft von vier Archetypen, um in Harmonie und Balance mit unserer Umwelt und unserer eigenen inneren Natur zu leben. In der Tradition der „Earth Wisdom Teachings“ werden diese auch die „4 Schilde der Balance“ genannt und sind den vier Hauptrichtungen im Medizinrad zugeordnet:

Osten – Der Schöpfer (Creator)

Westen – der Unterstützer (Nurturer)

Süden – der Forscher (Explorer)

Norden – der Krieger (Warrior)

 

Weil jeder Archetyp auf den tiefsten mythischen Wurzeln der Menschheit aufbaut, können auch wir diese Weisheit nutzen. Wenn wir lernen, diese Archetypen in uns selbst zu leben, werden wir beginnen, uns selbst und unsere fragmentierte Welt zu heilen.

Der Schild des Schöpfers

Element Feuer, Freiheit, Kreativität, Lebenskraft, Leidenschaft

Dieser Schild verhilft uns dazu, uns von Dogmen und starren Vorstellungen freizumachen und bestehende Ansichten und Hypothesen aus dem Weg zu räumen, damit wir in Momenten der kreativen Erkenntnis und des kollektiven Durchbruchs das „Neue“ entdecken können.

In dieser Himmelsrichtung wird in uns und in anderen ein kreatives Feuer angezündet, das uns mit den Ressourcen ausstattet, um andere zu inspirieren und uns selbst inspirieren zu lassen; um Unterschiede zu sehen und zu würdigen; um spielerisch und leidenschaftlich zu handeln; um in jeder neuen Situation eine neue Bedeutung zu finden; um die Kraft unserer Vorstellung zu nutzen; um Fehler frühzeitig zu erkennen und um laterale Denkmuster in Gang zu setzen.

Fragen zur Reflexion:

– Was lässt mein inneres Feuer hell brennen?
– Bin ich mit der Einzigartigkeit meiner selbst in Berührung?
– Was inspiriert mich? Wofür brenne ich leidenschaftlich?
– Wie drücke ich meine Kreativität aus?

Der Schild des Unterstützers

Element Erde, Balance, Körper, Fürsorge, Wohlbefinden, Pflege, Entwicklung, Wachstum

Dieser Schild kommt unserer Gesundheit und unserem Wohlbefinden zugute, lässt uns auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Geben und Nehmen achten, wandelt Andersartigkeit in kreative Beziehungen um und zieht die Einheit der Getrenntheit vor. In diesem Zustand erinnern wir uns daran, dass wir uns selbst, unserer Beziehungen, unsere Gemeinschaften und unsere Kulturen kontinuierlich pflegen müssen, und zwar indem wir unsere Energiereserven auffüllen; genügend Zeit für die persönliche Entwicklung lassen, begreifen, dass das Leben eine Lernerfahrung ist; offenes und ehrliches Feedback geben und annehmen; und Strukturen gestalten und Mechanismen organisieren, die Wachstum und Langlebigkeit unterstützen und fördern.

Fragen zur Reflexion

– Wie gut sorge ich für mich selbst?
– Wie steht es um mein Wohlbefinden, um Bewegung, Ernährung, Schlaf?
– Worauf sollt ich in meinem Leben besser achten?
– Was ist in meinem Leben aus dem Gleichgewicht geraten?

Der Schild des Forschers

Element Wasser, Entdecker, kleines Kind, Vertrauen, Emotionen, Neugierde, Abenteuer

Dieser Schild stachelt unsere Neugierde an und lässt uns voller Vorfreude auf unbekanntes Terrain vorstoßen und mit einem Gefühl staunender Ehrfurcht durch die Welt gehen. In dieser Himmelsrichtung wird in uns, in anderen und in unserer Organisation der Abenteuergeist geweckt.

Dies beruht auf: einer vertrauensvollen, offenen Atmosphäre; der Qualität unserer Beziehungen; einem rigorosen und disziplinierten Zustand der Bereitschaft; einer emotionalen Resilienz, die uns auch bei Unsicherheit und Problemen eine kreative Arbeitsweise ermöglicht; einer Fähigkeit, Unbeständigkeit und Mehrdeutigkeiten zu akzeptieren; und einer Fähigkeit, auf dem schmalen Grat zwischen Kraft und Wagnis entlang zu balancieren.

Fragen zur Reflexion:

– Welche neuen Dinge entdecke ich in meinem Leben?
– Kann ich mich vertrauensvoll auf Neues und Unbekanntes einlassen?
– Gibt es Neues, Mysteriöses und Wunder in meinem Leben?
– Bin ich neugierig darauf, das Unbekannte zu betreten?

Der Schild des Kriegers

Element Luft, Klarheit, Aktion, Verbindung Herz-Verstand, Strategie, Ressourcen, Entscheidung

Mit diesem Schild ist klares, schnelles und entschlossenes Handeln möglich. Wir können unsere Fähigkeit nutzen, uns und andere zu mobilisieren, indem wir: die strategischen Absichten klarstellen und Stillstand überwinden; Intellekt und Gefühl ausrichten und integrieren; uns an veränderliche Zusammenhänge und Szenarios anpassen; unsere jeweilige Andersartigkeit ausnutzen; innovative Wege in die Zukunft gestalten; die nächsten Schritte klar und deutlich kommunizieren; überraschende Ergebnisse erzielen; und die Menschen dazu ermutigen, Dinge zu tun, die sie sich nie zugetraut hätten.

Fragen zur Reflexion:

– Kann ich klare Entscheidungen treffen, mit Verstand und Herz?
– Kenne ich meine Ressourcen?
– Entwickle ich Strategien für meine Projekte/Intentionen?
– Kann ich klar und entschlossen handeln?

Die Praxis der 4 Schilde

Auch wenn diese vier Archetypen in den meisten schamanischen Traditionen betont werden, ist es wichtig zu verstehen, dass sie universell und für die gesamte Menschheit zugänglich sind, unabhängig von Kontext, Kultur und Praxis.

In unserer Gesellschaft manifestieren wir den Schild des Schöpfers durch unsere persönliche Kreativität aus, und durch unsere Fähigkeit, unsere Lebensträume und Visionen in die Welt zu bringen. Wir manifestieren den Schild des Unterstützers durch unsere Einstellung zur Erhaltung unserer eigenen Gesundheit und der Gesundheit unserer Umwelt aus. Wir manifestieren den Schild des Forschers durch unsere Neugierde und durch die Gestaltung vertrauensvoller Beziehungen. Wir manifestieren den Schild des Kriegers in unserer Führungsfähigkeit und unserer Klarheit und Entschlossenheit.

Wir können die 4 Schilde der Balance in unserem täglichen Leben sowohl als Diagnose-, als auch als Aktivierungs-Tool einsetzen. Wir können uns jeden Tag fragen, ob die Qualitäten der 4 Schilde in Balance sind und uns, speziell in schwierigen und herausfordernden Situationen, fragen, welche der Qualitäten gerade am meisten gebraucht wird.

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Was wir von der Natur für unser Leben lernen können

Inspiriert von Angeles Arrien

Es gibt 3 in der Natur wirkenden Gesetze, von denen wir Menschen sehr viel über unsere Art zu leben lernen können. Ich meine nicht die physikalischen Naturgesetze, die wir in der Schule lernen, sondern es sind vielmehr grundlegende Mechanismen der Selbstorganisation und Selbstregulierung.

Wir Menschen sind Geschöpfe der Natur – und wenn die Natur sich derart selbst reguliert, dann sollten diese Aspekte auch für uns gelten.

Das erste Gesetz:

Die Natur ist ständig schöpferisch tätig und verändert sich ständig.

Der Rhythmus der Natur ist mittel bis langsam. Nichts bewegt sich in der Natur auf der “Überholspur”, wenn es nicht in Gefahr ist. Und im Falle von Gefahr bewegt sich z.B. ein Tier für 15-20 Minuten schnell, um der Gefahr zu entkommen. Und dann kehrt es zum natürlichen Rhythmus zurück – mittel bis langsam.

Und es gibt eine Menge, was wir auf der Überholspur tun können, wir können kreativ sein und produzieren – aber es gibt zwei Dinge, die wir auf der Überholspur niemals tun können: Heilung und Reflexion.

Heilung findet nicht auf der Überholspur statt. Die Heilung findet im Rhythmus der Natur statt – mittel bis langsam. Oftmals zwingt uns eine Krankheit, unsere Geschwindigkeit zu reduzieren, um wieder gesund zu werden. Auch die Heilung emotionaler Wunden dauert seine Zeit und wir können den Prozess der Heilung zwar unterstützen, aber kaum beschleunigen.

Reflexion und Integration unserer Erfahrungen erfordern ebenfalls Zeit. Um unsere Erfahrungen zu integrieren, müssen wir reflektieren und uns die entsprechende Zeit nehmen. Und Reflexion und Integration findet im natürlichen Rhythmus der Natur statt – mittel bis langsam.

Auch können wir unseren Charakter nicht auf der Überholspur entwickeln, denn der Charakter erfordert Reflexion und Integration. Und so müssen wir uns Zeit für Kontemplation und Reflexion nehmen, um unsere Erfahrungen zu integrieren – um zu integrieren, auf welche Weise ich inspiriert, herausgefordert, überrascht, berührt und bewegt wurde.

Eine gute Übung ist es, sich am Ende des Tages folgende Fragen zu stellen:

  • Wer oder was hat mich heute inspiriert?
  • Was war heute herausfordernd?
  • Was hat mich heute überrascht?
  • Was hat mich heute berührt und bewegt?

Das zweite Gesetz:

Die Natur fördert Interdependenz und Vernetzung

Die Natur fördert aktiv Interdependenz oder gegenseitige Abhängigkeit und Vernetzung. Nichts überlebt in der Natur, wenn es übermäßig unabhängig oder übermäßig abhängig ist.

Wenn wir komplett unabhängig sind, laufen wir Gefahr ins Burnout zu schlittern, weil wir uns selbst überfordern. In übermäßiger Abhängigkeit können wir nicht verantwortungsbewusst mit unseren eigenen Gaben und Talenten umgehen, weil wir davon ausgehen, dass andere sich um uns kümmern.

Das dritte Gesetz:

Alles in der Natur hat einen Purpose – bzw. einen Sinn

Jeder von uns hat, da wir Geschöpfe der Natur sind, einen Purpose oder Daseinszweck. Sonst hätten wir keinen Körper, wir wären nicht hier. Und wir sind hier um unsere Berufung, unseren Purpose zu erfüllen und ihm Bedeutung zu geben.

 

„Alles ist miteinander verbunden und hat einen Sinn. Obwohl dieser Sinn meist verborgen bleibt, wissen wir, dass wir unserer wahren Mission auf Erden nahe sind, wenn unser Tun von der Energie der Begeisterung durchdringen ist“

Paolo Coelho

Zeit der Verlangsamung und Verbindung mit Mutter Erde

Wir müssen von Zeit zu Zeit eine Rast einlegen und warten, bis uns unsere Seelen wieder eingeholt haben.
Indianische Weisheit

Mit dem ersten Schnee treten wir in die kalte Jahreszeit ein. Und mit Ende November sind wir in die sogenannte „Kiva Zeit des Träumens“ eingetreten. Auf die alte Weise ehrten die Menschen das Gleichgewicht in allen Dingen. Sommer ist die Zeit der lebendigen Aktivität. Winter ist die Zeit der vollkommenen Stille. Die süße und sanfte Dunkelheit des Winters kommt auf uns zu. Der Winter ist eine energetisch weiche und ruhige Zeit, in der sich der nächste Zyklus unseres Lebens darauf vorbereitet, geboren zu werden. Wenn wir ruhig werden und wirklich hinhören, eröffnet sich uns ein Blick in unsere Zukunft…

Was bedeutet Kiva?

Kiva, Verbindung mit Mutter Erde

Kivas waren architektonisch einzigartige Räume oder Strukturen, die von den amerikanischen Ureinwohner gebaut wurden, zeremonielle Räume, in die die Menschen eintreten konnten und für die Winterzeremonie in völliger Dunkelheit in ihrer Traumzeit sein konnten.

Die vier Kiva Monde vom 21. November bis 21. März erinnern uns daran, uns nach innen zu kehren und zu verlangsamen. Während wir am Feuer sitzen und Geschichten aus diesem vergangenen Zyklus erzählen, sollten wir drangehen, das loszulassen, was wir nicht mehr brauchen. Dies ist der Schwerpunkt des ersten Kiva Moon bis zum 21. Dezember.

Nehmen Sie sich Zeit, an einem ruhigen Ort oder in der Natur, und reflektieren Sie über folgende Fragen:

Was möchte ich loslassen?
Das können alte Verhaltensmuster sein, schlechte Gewohnheiten, aber auch materielle Dinge.

Wir schauen aber auch auf das Gute im vergangenen Jahr zurück, auf die „Ernte“, die wir eingefahren haben. Auf jene Dinge und Erfahrungen, die uns bereichert haben und uns wachsen ließen.

Was ist meine „Ernte“ des vergangenen Jahres?
Worauf bin ich stolz? Was hat sich zum Positiven verändert? Welche Samen, die ich gepflanzt habe, sind aufgegangen?

Letztlich geht es darum, die Intensität des Lebens von Sommer und Herbst zu reduzieren. Es ist eine Zeit, um dankbar zu sein für alles, was uns das Leben in diesem letzten Zyklus angeboten hat.

Warum ist Träumen wichtig?

Loslassen vom Alten

Unser menschliches Leben erfordert so viel, dass wir feststellen, dass unsere Verantwortung wächst und nur sehr wenig Zeit zur Verfügung steht, um zu reflektieren, zu überprüfen und uns zu fragen, was wir wollen. Die Zeit zum Nachdenken ist das, was am meisten gebraucht wird, um die Geschäftigkeit, den Stress und die Herausforderung unseres Lebens auszugleichen. Die Kiva ist eine Zeremonie mit der Mutter Erde, wo wir tiefer in uns selbst eindringen und träumen…

Mit unseren Träumen pflanzen wir aber auch die Samen für den nächsten Zyklus unseres Lebens, für das kommende Jahr.

So wie die Samen im Boden der Mutter Erde ruhen, halten wir Menschen die Samen der Zukunft in unseren Herzen. Und da keiner von uns zufällig hier ist, ist dies die Zeit, unseren Traum von uns selbst zu erneuern, und den Traum von der Zukunft, den wir die unsere nennen.

Diese uralte Praxis hilft jedem von uns, sich zu heilen, zu erneuern und anzupassen, um auf unserem Weg bewusst voranzukommen. Die Träume, die jeder von uns trägt, sind wichtig. Sie repräsentieren die Sehnsucht unseres menschlichen Geistes nach Offenbarung.

In der Tradition der Earth Wisdom ist die Kiva-Traumzeit eine Zeit der Stille des Geistes – Zeit nehmen, um sich nach innen zu wenden, zur Stille und zum eigenen Kern. Eigentlich ist es das, wonach sich unser Geist sehnt, einfach in der Stille zu sein und zu reflektieren, zu heilen und zu träumen. Das Träumen ist wichtig, denn der Traum vom Leben entfaltet sich immer, ähnlich wie der Samen unter dem Schnee, der auf das Erwachen des Frühlings wartet. In der Kiva-Zeit sind wir in Harmonie mit dem Zyklus der Erde und erlauben uns, durch unsere Träume, durch Visualisierung und unserer Absicht das Neue ins Leben zu rufen.

Diese Energie der Absicht ist eine wichtige Eigenschaft für unser Geschenk ans Leben, das, was wir zurückgeben wollen. In dieser Zeit des Wandels ist es wichtig, nicht einfach abzuwarten, was das Leben uns bringt oder was andere tun.  Vielmehr ist es wichtig, in uns selbst zu schauen, was wir in unser Leben bringen wollen, was sich manifestieren soll. Es ist wichtig, sich im Detail vorzustellen, wie diese Veränderungen aussehen, als ob sie bereits stattfinden – sie zu spüren und zu spüren, was sie von uns selbst verlangen. Die Dinge können zu dir kommen, als Gelegenheit, und du kannst mit Offenheit und Flexibilität reagieren.

Welche Samen pflanze ich fürs kommende Jahr?
Was soll sich in meinem Leben manifestieren?

Ich selbst nehme mir jedes Jahr eine persönliche „Kiva-Zeit“ von 2-3 Tagen, ziehe mich zurück in unsere Almhütte, verbinde mich mit der Natur, reflektiere und träume…

Immer wieder biete ich auch eine 3-tägige „Kiva-Ceremony“ an, um Menschen die Möglichkeit zu geben, sich gemeinsam „zwischen die Zeiten“ zu begeben. Im Flyer unten finden Sie mehr Informationen dazu. Nehmen Sie doch einfach Kontakt mit mir auf, ich erzähle Ihnen gerne mehr…

Kiva, Zeit zum Innehalten, Reflexion, Träumen, Besinnung

Ich erkannte, dass sie die Stille nötig hatten, denn nur in der Stille kann die Wahrheit eines jeden Wurzeln schlagen und Früchte tragen.
Antoine de Saint Exupery

Die Weisheit des Medizinrades für unser Leben nutzen

„Lausche aufmerksam auf die Geräusche der Natur, auf Deine eigenen Gedanken, Deine inneren Empfindungen, auf die Emotionen und Reaktionen Deiner Umgebung, ohne Gewalt, mit Liebe und Verehrung. Dann wird dein Geist sich öffnen wie eine Blüte am Morgen.“
Indianische Weisheit



Was bedeutet es, den Weg der Schönheit zu beschreiten?

Wir leben in einer Zeit bahnbrechender wissenschaftlicher Erkenntnisse und eines immer schneller fortschreitenden technologischen Fortschritts. Wir alle nutzen diese Errungenschaften und profitieren auch in vielerlei Hinsicht davon. Aber wir haben dabei auch einiges verloren – die Verbindung zu unserem wahren Wesen. Das heißt, wer wir im Innersten wirklich sind. Auch unsere Verbindung zur Natur, von der wir ein Teil sind, geht immer mehr verloren. Deshalb fühlen wir tief in uns die Sehnsucht nach mehr Verbundenheit und Balance.

Wie können wir wieder zu unserer Balance, unserem inneren und äußeren Gleichgewicht kommen? Ohne überhaupt zu wissen, was uns fehlt – ohne hilfreiche Modelle und Werkzeuge für ein erfülltes und ausgewogenes Leben? Wie können wir die heilende Kraft der Natur nutzen? Nicht nur für unseren Körper, sondern auch für unseren Geist und unsere Seele?

Ratschläge und Rezepte aus dem Bereich „Work-Life-Balance“ bieten Hilfe an, greifen aber sehr oft viel zu kurz. Wir sollten uns vielmehr auf die Suche machen… nach unserem „wahren Selbst“, unseren innersten Wünschen, Sehnsüchten und Träumen – nach dem Teil in uns, der verwirklicht werden will.

Den „Weg der Schönheit“ zu beschreiten, bedeutet für die nordamerikanischen Ureinwohnern, in Harmonie mit sich selbst, ihrer Umwelt, Mutter Natur und dem ganzen Planeten zu sein. Die dieser ganzheitlichen Weltanschauung und Lebensweise zugrunde liegenden Weisheitslehren werden oft als „Earth Wisdom Teachings“ oder „Medicine Teachings“ bezeichnet.

Der Ursprung der alten Weisheitslehren

Die Earth Wisdom Lehren sind tief in den alten indigenen Kulturen Amerikas verwurzelt. Gemäß der Mythologie hat sich diese Linie seit 35.000 Jahren entwickelt. Sie blühte unter den Mayas und Tolteken und denen, die vor ihnen wandelten. Später lebte es in Kulturen wie dem Chaco Canyon und den Hügelbaumeistern des Mississippi-Deltas weiter.

Die “Alten”, die die Earth Wisdom Lehren weitergegeben haben, gehören zu den vielen Ältesten aus indigenen Kulturen auf der ganzen Welt, die sagen: “Es ist Zeit…”. …Zeit, das Beste aus unserer menschlichen Weisheit hervorzurufen, um auf die Herausforderungen in unserer Welt zu reagieren. Viele dieser Herausforderungen sind innere Herausforderungen – gespiegelt in unserer äußeren Welt. Die gegenwärtigen beispiellosen Umbrüche in den Bereichen Politik, Wirtschaft und Klima zeigen uns, dass es viel zu erreichen gibt. Vor allem, wenn es darum geht, die “richtige Beziehung” zu uns selbst, zueinander und zum Planeten wiederherzustellen.

Diese uralten Lehren enthalten ein tiefes Verständnis dafür, wie Menschen funktionieren – spirituell, physisch, emotional und mit einem mutigen Herzen. Sie beinhaltet kraftvolle Praktiken zur Heilung alter Muster, die echte Beziehungen verhindern. Durch die Arbeit mit diesem “Bündel” von Wissen und Werkzeugen können wir die tiefe Freude an einem vollen und ausgeglichenen Leben erleben.

Die Wirkung und der Einfluss der Lehren sind weit verbreitet und haben sich über Tausende von Jahren im Labor der menschlichen Interaktionen auf der ganzen Welt bewährt. Heute spiegeln sich viele zeitgenössische Ansätze darin wider, um das zu schaffen, was im persönlichen, organisatorischen und gemeinschaftlichen Leben gewünscht wird.

Die Weisheiten des Medizinrades

Die Alten sahen ihre Welt in Kreisen und Zyklen und auch die Zeit als zyklisch und periodisch im Gegensatz zu unserem linearen Zeitbegriff. Medicine Wheels oder Medizinräder spiegeln dieses Denken wider und lehren die Menschen, ihren Platz in der natürlichen Ordnung des Kosmos wiederzufinden. Sie bieten einen ganzheitlichen Weg zum eigenen Selbst, dem Potenzial und der Einzigartigkeit, die jedem Menschen innewohnt. Und sie zeigen die Kräfte, die uns, die Natur und das Universum in Balance halten („wie innen so außen“ lautet auch eines der hermitschen Prinzipien). Das Medizinrad bietet eine „Landkarte“ und einen „Kompass“ für die eigene Lebensreise zu mehr Harmonie und Balance.

Medizinräder sind wie Spiegel – Spiegel des Universums und der darin wirkenden Kräfte und damit auch ein Spiegel unserer Seele. Überall auf der Welt finden sich Medizinräder als Steinkreise, Symbole für die Verbundenheit und das Gleichgewicht allen Lebens, der Elemente, der Tiere, Pflanzen und der menschlichen Qualitäten. Diese Medizinräder waren Orte, an denen die Menschen zusammenkamen, um Zeremonien abzuhalten, um zu lernen, um Heilung zu erfahren und „Mutter Erde“ zu danken.

Auch heute verhilft uns das Medizinrad als Landkarte zu einer ganzheitlichen Orientierung in unserem Leben. Es lehrt uns Gleichgewicht, Harmonie und Verbundenheit. Es zeigt uns, wie wir unsere uns innewohnenden Qualitäten und Potenziale freisetzen und verwirklichen können. Wir können das Medizinrad als Werkzeug benutzen, um Antworten auf unsere Lebensfragen zu erhalten, um Halt und Orientierung zu erlangen und uns auf praktische Weise zu stärken.

Wie können wir dieses Wissen nutzen?

Die Earth Wisdom Teachings bieten nicht nur einen philosophischen oder weltanschaulichen Rahmen. Vielmehr bieten sie eine Vielzahl von praktischen und seit Jahrtausenden erprobten Werkzeugen und Tools. Dabei geht es darum, das Wissen und die Werkzeuge im täglichen Leben anzuwenden. „In ceremony“ zu sein, d.h. zusammen im Kreis von Menschen zu „feiern“ oder rituell an bestimmten Themen zu arbeiten kann verbindend und transformativ sein. Aber den Weg der Schönheit zu gehen bedeutet in erster Linie, die eigene persönliche Entwicklung als „Lebensreise“ zu sehen.  Und wie wir die „Earth Wisdom Teachings“ in allen Aspekten unseres Lebens anwenden können.

Das Medizinrad als zentrales Element der Earth Wisdom bietet uns Führung und Struktur auf unserer Reise – einer Reise zu mehr innerer Klarheit und Harmonie und einer tieferen Verbundenheit mit der Natur, von der wir ein Teil sind. Dabei geht es auch darum, mit Hilfe der alten Tools ungesunde und uns behindernde Muster bewusst zu machen, um sie anschließend zu verändern und zu heilen. Wir lernen und wachsen, als Individuen und als Gruppe – im Kreise gleichgesinnter Menschen.

Eine Einladung…

Wir wollen Menschen einladen, mit uns auf dieser Reise der persönlichen Entwicklung zu gehen. Menschen, die auf der Suche sind nach einer „Landkarte“ für ihre Lebensreise sind. Und die bereit sind, mit Unterstützung des „Medizinrades“ daran zu arbeiten. Lassen Sie uns deshalb gemeinsam den „Weg der Schönheit“ beschreiten.

 

„Alles, was auf der Welt passiert, geschieht in Form eines Kreises.
Der Himmel ist rund, und ich habe gehört, dass auch die Erde rund ist, genau wie die Sterne.
Der Wind entwickelt seine größte Kraft in Wirbeln.
Vögel bauen ihre Nester kreisförmig, denn sie haben dieselbe Religion wie wir.
Die Sonne geht in einem Kreis auf und unter.
Genau wie der Mond, und beide sind rund.
Selbst die Jahreszeiten bilden einen Kreis in ihren Läufen und kommen stets dorthin zurück, wo sie bereits waren.
Das Leben des Menschen ist ein Kreis von Kindheit zu Kindheit.
Und so ist es mit allem, in dem die Macht sich regt.“

Black Elk, Oglala-Sioux (1863 – 1950)

Dr. Michael Paula

Berater und Coach, Earth Wisdom Guide (Ehama Institute, New Mexico)

Diese Zeilen habe ich vor nicht allzu langer Zeit von meinen Lehrern und Freunden WindEagle und RainbowHawk Kinney-Linton erhalten. Je öfter ich sie lese, umso beeindruckender und berührender sind sie für mich…

You have been telling the people that this is the Eleventh Hour.
Now you must go back and tell the people that this is The Hour.
Here are the things that must be considered:
Where are you living?
What are you doing?
What are your relationships?
Are you in right relation?
Where is your water?
Know your garden.
It is time to speak the Truth.

Create your community.
Be good to each other.
And do not look outside yourself for the leader.
This could be a good time!

There is a river flowing now very fast.
It is so great and swift, that there are those who will be afraid.

They will try to hold on to the shore.
They will feel they are being torn apart and will suffer greatly.
Know the river has its destination.
The elders say we must let go of the shore, push off into the middle of the river,
Keep our eyes open, and our heads above the water.
And I say, see who is in there with you and celebrate.

At this time in history, we are to take nothing personal. Least of all, ourselves.
For the moment that we do, our spiritual growth and journey comes to a halt.

The time of the lonely wolf is over. Gather yourselves!

Banish the word “struggle” from your attitude and your vocabulary.
All that we do now must be done in a sacred manner and in celebration.
We are the ones we have been waiting for!

–    Oraibi, Arizona, Hopi Nation

Wie entfalte ich die Magie des Augenblicks …?

Stellen Sie sich vor, jeder Augenblick ist eine Verpackung für Empfindungen und Wahrnehmungen, die ein magisches Geschenk für Sie bereithalten. Es handelt sich dabei um das Geschenk der Gegenwart. Sie haben die Wahl, dieses Geschenk auf dem Stapel „Vergangenheit“ abzulegen oder es für später auf dem Stapel „Zukunft“ aufzubewahren. Wenn Sie allerdings Zugang zur besonderen Kraft des gegenwärtigen Augenblicks haben, können Sie das Verpackungspapier wegreißen und das Geschenk sofort in Empfang nehmen.

Wie alle schönen Geschenke ist das Geschenk des Augenblicks ein sehr schlichtes. Sein Wesen liegt in der Wertschätzung. Allmählich gelingt es uns, die Schönheit, die uns umgibt, das Besondere in unseren Freunden und Kollegen zu schätzen. Und schlussendlich, wenn wir besonders viel Glück haben, fangen wir sogar damit an, uns selbst zu schätzen …

Die ersten beiden Absätze sind dem Buch “The Way of Nowhere: 8 Questions to Release Our Creative Potential” entnommen und beziehen sich darauf, wie wir präsenter werden können, ganz im Hier und Jetzt zu sein, das kreative Potenzial freizusetzen, das zwischen uns und allen Dingen existiert. Dieser Raum ist voller Potenzial – Potenzial für neue und tiefere Beziehungen, Potenzial für neuartiges Lernen und neue Einsichten und Potenzial für neue Ideen und Wege in die Zukunft.

Die Fähigkeit, die Magie des Augenblicks zu entfalten, bildet auch das Herzstück jeglicher unternehmerischer Kreativität. Sie hilft uns, die Pfade unserer vorgefassten Meinungen zu verlassen und schafft Platz für Neuerungen. In diesem höheren Zustand erreichen wir auch neue Ebenen der Wertschätzung füreinander und für uns selbst. Ohne diese Bewusstheit und gesteigerte Aufmerksamkeit verpassen wir häufig jene entscheidenden inspirierenden Momente, die zu neuen Einsichten und Durchbruchslösungen führen.

“To see a world in a grain of sand and a heaven in a wild flower, hold infinity in the palm of your hand and eternity in an hour” (William Blake)

Dieses berühmte Zitat des englischen Dichters und Künstlers William Blake weist auf die Essenz dieser Quelle hin, uns und unsere Fähigkeit, die Magie jedes einzelnen Augenblicks zu entfalten. Wir alle tragen diese Fähigkeit in uns – und über den Weg der Achtsamkeit können wir lernen, Verantwortung dafür zu übernehmen, hier auf dieser Welt zu sein. Durch diese Fähigkeit lernen wir Kreativität als „Bewusstsein [kennen], das aus der kreativen Spannung zwischen den Möglichkeiten und Begrenzungen entsteht“.

Achtsamkeit ist entspannte Aufmerksamkeit

Achtsam sein bedeutet, innere und äußere Vorgänge mit ungeteilter, entspannter Aufmerksamkeit zu beobachten und “das ganze Bild” aufnehmen. Achtsamkeit ist mehr als nur Konzentration: Konzentration heißt, sich auf einen Gedanken oder ein Objekt zu fokussieren, sie wird z.B. gebraucht beim Lösen von Rechenaufgaben. Achtsamkeit dagegen brauchen wir bei neuen oder kreativen Aufgaben, wenn wir also nicht auf Bekanntes beziehen können.

In seinem Blog-Artikel „Warum Führungskräfte Achtsamkeit bei ihrer Arbeit brauchen“ beschreibt Roland Kopp-Wichmann sehr schön die verschiedenen Facetten und positiven Auswirkungen von Achtsamkeit und gibt auch praktische Hinweise, was vor allem Führungskräfte tun können, um bei ihrer Arbeit achtsamer zu sein.

Die innere Stille erleben

Zurück zum gegenwärtigen Augenblick, zurück ins Jetzt – eines der besten Bücher zu diesem Thema ist der Bestseller von Eckhart Tolle “Jetzt! Die Kraft der Gegenwart” Aus dem Buchumschlag: Wer das „Leben im Jetzt“ praktiziert, verändert damit seine Wahrnehmung der Welt von Grund auf: Stück für Stück lösen sich die aus unserer persönlichen Vergangenheit stammenden psychologischen Muster auf… Wir gewinnen an Lebendigkeit und Frische, das tägliche Leben mit all seinen kleinen und großen Herausforderungen gelingt besser. Mühelosigkeit und Leichtigkeit stellen sich ein.

In vielen alten Weisheitslehren ist das Leben im „Jetzt“ der ultimative Seinszustand und wird oftmals mit Erleuchtung gleichgesetzt. „Bless the presence“ heißt es in der Huna-Tradition der hawaianischen Schamanen. Den „inneren Dialog“ anhalten ist das Ziel der toltekischen Lehren des Don Juan (siehe die Bücher von Carlos Castaneda). Auch bei der Methode der „Quantenheilung“ von Frank Kinslow geht es im Kern darum, „in den heilsamen Zustand des reinen Gewahrseins zu gelangen“.

Die Energie der Präsenz

Manche Menschen verfügen von Natur aus über diese Fähigkeit, andere lernen, sie zu entwickeln. Einige Zweige der Psychotherapie sowie Beratungs- und Coachingarbeit bieten wirksame Methoden, um diese Fähigkeit zu erhöhen. Menschen, die diese Fähigkeit vervollkommnet haben, besitzen eine auffallende Anziehungskraft, da sie hinter die Kulissen des Lebens blicken können. Sie lassen sich nicht so stark von der Form der Dinge beeindrucken, wie der Rest von uns. Worte, Handlungen oder Verhaltensweisen können sie nicht ablenken oder in die Irre führen.

Hinter diesen Äußerlichkeiten liegt unser eigentliches Selbst, unser wahrer Kern. Wer wirklich präsent ist, ist sich seines wahren Wesens um vieles bewusster und nimmt dies auch bei den Menschen in seinem Umfeld wahr. Wer im gegenwärtigen Augenblick lebt, achtet darauf, wie es den anderen geht und wie die Beziehungen untereinander verlaufen. Die Einfühlsamsten können mittels ihrer Fertigkeit und Empathie benennen, was sie sehen und so einen Ausgleich zwischen der Form und dem wahren Wesen schaffen.

Wir alle haben das Potenzial, uns in die Menschen in unserem Umfeld soweit einzufühlen, dass wir ihre Gefühle fühlen und ihre Gedanken denken können. Wir können lernen, einander so zuzuhören, als würden wir einem Teil unsers Selbst zuhören. Wenn diese Fähigkeit vollends zum Tragen kommt, kann das zutiefst verblüffend sein, ja beinahe mystisch wirken.

Die rationalen, analytischen Informationen, die unsere Wahrnehmung beherrschen (wenn wir es zulassen), sind ungeheuer wertvoll. Dennoch müssen wir, um tatsächlich unter die Oberfläche des Lebens zu schauen, ein Gleichgewicht zwischen dem Rationalen und der Intuition herstellen. Der Schlüssel dazu liegt in unserer Wahrnehmungsintelligenz. „Wahrnehmungsintelligenz“ bezeichnet unser Bewusstsein dafür, was über unsere fünf Sinne vor sich geht – was wir sehen, fühlen, riechen, schmecken und hören. Wir verfügen auch über andere, feinere Sinne, die die Wahrnehmung des Augenblicks bereichern können – etwa die Art, wie sich unsere Haut anfühlt, die starken inneren Rhythmen unseres Herzschlags und Pulses, unsere Selbstwahrnehmung, wenn wir uns durch Zeit und Raum bewegen, oder das Gefühl für unser inneres Selbst.
Im Gegensatz zu unserer rationalen Intelligenz basiert unsere Wahrnehmungsintelligenz definitionsgemäß auf dem Hier und Jetzt. Wir sehen jetzt, wir hören jetzt, wir schmecken jetzt. Während wir lernen, uns auf jene Informationen zu konzentrieren, die durch unsere Sinne auf uns einwirken, können wir einen Ausgleich zwischen dem Analytischen und dem Wahrnehmenden herbeiführen und Raum für unsere Intuition schaffen.

Dazu müssen wir unseren inneren Dialog zum Stillstand bringen, jenes unaufhörliche innere Geschwätz, das uns dazu verleitet, alles was wir denken oder fühlen, mit dem zu verwechseln, wer wir wirklich sind. Wenn wir darüber Kontrolle übernehmen und Ruhe in uns selbst finden, haben wir Zugang zu einer tieferen Quelle des Glücks – einer Quelle, die unser leuchtendes Selbst erhellt.

Das Wort Quest (auf deutsch: Suche, aus dem altfranzösischen queste) bezeichnet in der Artusepik die Heldenreise des Ritters oder Helden, in deren Verlauf er verschiedene Aufgaben löst, Feinde besiegt, Schwierigkeiten überwindet und dadurch Ruhm und Erfahrung erntet oder sein angestrebtes Ziel (zum Beispiel den heiligen Gral) erreicht. Sinn der Quest ist zumeist die Erfüllung ritterlicher Pflichten, aber auch die innere Reifung und Reinigung des Helden.

Die Taten eines Helden in Mythen, Romanen und Filmen ereignen sich auf einer Heldenreise, die durch typische Situationsabfolgen und Charaktere gekennzeichnet ist. Diese archetypische Grundstruktur wird, nach einem Begriff von James Joyce, auch als Monomythos bezeichnet. Als ein Grundmuster von Mythologien weltweit, hat vor allem der amerikanische Mythenforscher Joseph Campbell das Motiv der Heldenfahrt erforscht.

Was wir von „Star Wars“ und Harry Potter für unser eigenes Leben lernen können

So betitelt Andreas Salcher das Kapitel seines Buches „Der verletzte Mensch“, in dem er die mythologische Heldenreise mit der persönlichen Entwicklung von uns Menschen vergleicht.

“Die Auseinandersetzung mit den archetypischen Heldenfiguren in Märchen, Sagen und Legenden ist nichts Esoterisches, sondern Pflichtprogramm für jeden Regisseur auf der Welt – nicht nur in Hollywood. Joseph Campbell gilt neben C.G. Jung als einer der herausragenden Mythenforscher des 20 Jahrhunderts. Er untersuchte die Heldengeschichten in vielen Kulturen und fand heraus, dass diese alle nach einem einfachen Muster gestrickt sind. Das was Menschen von Helden lernen sollen, ist offensichtlich unabhängig von der Kultur und der Zeit. Die Situationen, die ein Held im Laufe seiner Geschichte zu bestehen hat, stehen für die Phasen, die wir alle in unserem Leben zu bewältigen haben. George Lucas bestätigte, wie sehr ihn die Forschungen von Campbell beeinflusst hatten, und die Urversion von „Star Wars“ hält sich sogar fast sklavisch genau an die Reise des Helden, die Campbell in seinem Buch „Der Heros in tausend Gestalten“ veröffentlicht hatte.”

Der „Held“ steht im Verständnis von Joseph Campbell immer für die Hauptfigur einer Geschichte, ist daher geschlechtsneutral  und kann auch zum Beispiel für ein Fantasiewesen wie den Hobbit Frodo Beutlin in „Der Herr der Ringe“ stehen. Forrest Gump, ein moderner Don Quichotte, zeigt, dass der Held keineswegs ein Krieger sein muss, der seine Prüfungen mit dem Schwert oder zumindest mit seiner Intelligenz meistert. Seine Waffen sind die des unschuldigen Toren – gerade deshalb lieben wir ihn so. Da „Star Wars“, „Harry Potter“ und „Der Herr der Ringe“ durch die Verfilmungen besonders bekannte Beispiele sind, erklärt Andreas Salcher anhand ihrer Geschichten die sieben Stufen der archetypischen „Reise des Helden“ und lädt seine Leser ein, die klassische Heldenreise mitzumachen und dabei Parallelen zu ihrem eigenen Leben zu entdecken:

Denken Sie an eine große Herausforderung, die Sie bisher in Ihrem Leben bewältigen mussten, und versuchen Sie in jeder Stufe die Gemeinsamkeit mit Ihrer eigenen Geschichte zu erkennen

1.    Am Anfang lebt der Held ganz normal in seinem Alltag

Luke Skywalker, der Held von „Star Wars”, langweilt sich zu Tode auf der Farm seiner Stiefeltern, Frodo Beutlin aus „Der Herr der Ringe“ lebt unbeschwert im Auenland. Harry Potter wohnt am Beginn seiner Geschichte bei seinen tyrannischen Zieheltern.

In Ihrem Leben kann das ein normaler Büro-oder Routinetag mit Ihren Kindern gewesen sein.

2.    Das Abenteuer ruft

Der Jedi-Ritter Obi Wan Kenobi fordert Luke Skywalker auf, mit ihm gemeinsam Prinzessin Leia zu retten. Gandalf gibt Frodo den Auftrag, den gefährlichen Ring nach Mordor zu bringen und dort zu vernichten. Harry Potter wird vom Riesen Hagrid der Brief mit der Einladung an die Zauberschule in Hogwarts überreicht.

Bei Ihnen war das vielleicht ein besonders schwieriger Auftrag, das Angebot für einen neuen Job oder die Nachricht über eine schwere Erkrankung.

3.    Der Held weigert sich

Gehe immer den Weg, vor dem du die größte Angst hast, dort liegt die Erneuerung. Doch weder unsere Filmhelden noch wir tun das freiwillig. In dieser Stufe geht es um die Angst. Der Held weigert sich mit einer Vielzahl von Ausreden, die Herausforderung anzunehmen.

Sie können sich sicher noch gut erinnern, warum es viele plausible Argumente gab, nicht ins Unbekannte aufzubrechen. Was hat Sie zögern lassen, sich der Herausforderung gewachsen zu fühlen? Wovor hatten Sie Angst?

4.    Der Mentor tritt auf

Alle Heldengeschichten haben eine Figur, die an den berühmten Zauberer Merlin an König Artus‘ Hof erinnert, der dem Helden beisteht. Der Mentor stellt eine der wichtigsten mythologischen Figuren dar. Er steht symbolisch für das Band zwischen Schüler und Lehrer, zwischen Gott und dem Menschen. Es ist eine Lebensweisheit, dass wir einen Menschen benötigen, der uns Rat, Hilfe, Wissen oder auch praktische Fähigkeiten lehrt. Ganz wichtig ist, dass uns der Mentor zwar auf die Prüfungen vorbereitet, er sie uns aber nicht abnehmen kann.

Wer war Ihr Mentor?

5.    Die Prüfung, Feinde und Verbündete

Das Auftauchen von unerwarteten Verbündeten, wenn es aussichtslos für den Helden wird, ist typisch für Heldengeschichten, aber auch für unser Leben. Wenn man glaubt, es geht gar nicht mehr weiter, geht es dann doch weiter. Die unerwarteten Verbündeten lösen nicht die Aufgabe für uns, sie zeigen uns dafür, dass wir bereits alles in uns haben, um die Aufgabe zu bewältigen.

Welche inneren oder äußeren Gegner mussten Sie besiegen? Wer waren unerwartete Verbündete? Was haben Sie durch die Prüfung gelernt, welche neuen Kompetenzen an sich entdeckt, welche Einsichten gewonnen?

6.    Die Belohnung

Der Held wird nach der letzten Prüfung damit belohnt, dass er den Schatz bekommt. Das kann die Erlösung eines ganzen leidenden Reichs sein wie im Gral, ein besonderes Schwert oder auch der Zugang zu geheimem Wissen.

Was war Ihre Belohnung nach der bestandenen Herausforderung? Profitieren Sie heute noch davon?

7.    Die Rückkehr des Helden

Am Ende der Geschichte kehrt der Held wieder in den Alltag zurück. Aber er ist verändert, er hat die Kluft zwischen dem, was er war, und dem, was er sein könnte, kleiner gemacht – und ist dadurch gewachsen.

Was hat sich an Ihnen verändert, als Sie wieder in Ihre normale Welt zurückgekehrt sind?

In seinem Buch „Der verletzte Mensch“ resümiert Andreas Salcher:

Wir tanzen und spielen zu wenig

Zwei Fragen, die Sie sich selbst über Ihr eigenes Leben stellen können:

Was wollen Sie unbedingt vom Leben, was ist es, dem Sie mit aller Kraft nachjagen?

Was wäre das, was Sie tatsächlich brauchten?

Der Wendepunkt zum Guten in einer Geschichte wird oft in dem Moment erreicht, wenn der Held erkennt, was er wirklich braucht, was ihm wirklich wichtig ist. Manchmal dauert es sehr lange, bis man dies für sein eigenes Leben erkennt, selbst dann, wenn man eine so bedeutende Frau ist, wie das die Sterbeforscherin Elisabeth Kübler-Ross war:


„In der Schweiz wurde ich nach dem Grundsatz erzogen: arbeiten, arbeiten, arbeiten. Du bist nur ein wertvoller Mensch, wenn du arbeitest. Dies ist grundfalsch. Halb arbeiten, halb tanzen. Das ist die richtige Mischung! Ich selbst habe zu wenig getanzt und zu wenig gespielt.“

 

„Was nützt es uns, zum Mond zu fliegen,
wenn wir die Kluft, die uns von uns selbst trennt, nicht überwinden können.
Das ist die wichtigste aller Entdeckungsreisen,
und ohne sie sind alle übrigen nutzlos”

Antoine de Saint-Exupery