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Soziale Netzwerke – Phantom oder Mafia?

Diese Überschrift gab ich einem Artikel, den ich vor fast 20 Jahren schrieb – allerdings nie veröffentlichte…

Angeregt, mich mit diesem Thema zu beschäftigen, wurde ich durch einen Workshop, den ich kurz davor besucht hatte, über „Soziale Netzwerke“, veranstaltet von der Beratergruppe Neuwaldegg. Damals ging es allerdings nicht um Social Media, da das Internet noch nicht erfunden worden war. Es ging um Netzwerke zwischen Menschen, darum, wie solche Netzwerke entstehen, wie sie funktionieren und welche Voraussetzungen dafür gegeben sein müssen.

Soziale Netzwerke sind Beziehungsgeflechte menschlicher Interaktionen

So lautete die einprägsame Definition von sozialen Netzwerken. Etwas wissenschaftlicher drückte es Ervin Laszlo aus, der bei diesem Workshop seine Gedanken zu diesem Thema diskutierte:

„Soziale Netzwerke sind „Sonden“ oder „Versuche“ im tastenden, aus Versuch und Irrtum lernenden Prozess, durch den heute Gesellschaften trachten, mit sich verändernden Zuständen zurechtzukommen. Sie sind vorläufige „Quasi-Systeme“, deren Bedeutung nicht darin liegt, sich zu etablieren, sondern darin, es Menschen zu ermöglichen, neue und funktionalere Beziehungen untereinander zu schaffen; Relationen, die den Weg zu tragfähigen Strukturen und Gewohnheiten in der Gesellschaft bereiten können.“ (Ervin Laszlo, 1990)

In einem sozialen Netzwerk gibt es 3 grundlegende Merkmale oder Bedingungen, die erfüllt sein müssen, damit das Netzwerk funktioniert:

Intention/Idee:

die Idee, Thematik bzw. Zielsetzung, die hinter dem Netzwerk steht.

Beziehungsgeflecht:

die Summe der Personen im Netzwerk und ihre gegenseitigen Beziehungen

Anlass/Initiative:

ein Netzwerk arbeitet erst bei einem konkreten Anlass

Wichtige Merkmale von sozialen Netzwerken

  • Sie machen aufgrund ihrer Offenheit Ressourcenpotenziale zugänglich
  • Sie fördern Kreativität (z.B. die Entwicklung eines neuen Produkts außerhalb der bestehenden hierarchischen Organisation
  • Netzwerke sind nicht-hierarchisch
  • Netzwerke sind ein Mittelding zwischen Gruppe und Organisation
  • Die Einbindung in Netzwerke vermittelt Sicherheit, kann aber auch eine „Gefahr“ darstellen, da jederzeit auf Mitglieder zugegriffen werden kann.

Zentrales Diskussionsthema bei diesem Workshop war, was soziale Netzwerke für Unternehmen und Organisationen bedeuten und wie sie davon profitieren können.

Für mich stellt sich nun die Frage, inwieweit diese Aussagen und Definitionen auch für Social Media gelten, immerhin sprechen wir ja auch hier von Netzwerken – allerdings meinen wir heute damit Social Media Websites. Ich habe noch keine Antwort auf diese Frage, sondern möchte sie als Denkanstoß einmal so stehen lassen und freue mich über Kommentare und Diskussionsbeiträge.

Ich selbst beschäftige mich seit etwa einem Jahr mit Social Media, wobei ich versuche, den Nutzen für mich als Berater und Coach herauszufinden. Ich habe mittlerweilen Accounts bei XING, LinkedIn, Twitter und Facebook und auch bereits viel Zeit dafür verwendet, Funktionsweise, Regeln etc. kennenzulernen und die einzelnen Plattformen auch zu nutzen. Ich habe dazu viel im Internet recherchiert, einige Bücher gelesen und Seminare besucht (bei Michael Shah und Karl-Heinz Wenzlaff).

Kernaussage für mich beim XING-Seminar mit Michael Shah war, dass es auch bei Social Media um den Kontakt zwischen Menschen geht, nicht zwischen anonymen Accounts. Ich halte diese Aussage deshalb für so wichtig, weil ich glaube, dass Social Media nur dann zum Erfolg von Unternehmen beiträgt, wenn wir die Tatsache, dass es auch heute um den Kontakt zwischen Menschen geht, entsprechend berücksichtigen.

Die 10 Gebote für Social Media

Tamar Weinberg, die Autorin des Buches ‚Social Media Marketing‘ spricht von den ‚10 Geboten‘ für Social Media, die ich hier zitieren möchte, weil sie helfen können, Glaubwürdigkeit zu erlangen, eine Identität aufzubauen und den Menschen im Netzwerk im Gedächtnis zu bleiben.

1. Du sollst dich durch einen Avatar profilieren

Dabei geht es darum, durch Hochladen eines Avatars (kleines Bild, das in der Regel neben dem Benutzernamen erscheint) auf den verschiedenen Social Media Websites eine Identität aufzubauen und auch von anderen als seriös anerkannt zu werden. Ich persönlich bevorzuge ein persönliches Foto – ich möchte zumindest ein Bild des Menschen sehen, mit dem ich kommuniziere.

2. Du sollst authentisch sein

Wie in jeder Beziehung geht es auch in sozialen Netzwerken des Web 2.0 um den Aufbau von Vertrauen. Hier gilt auch: Geben ist seliger denn Nehmen. Nur wenn ich authentisch kommuniziere und bei dem, was ich gebe auch an den Nutzen für andere denke, baue ich eine langfristige Vertrauensbasis auf.

3. Du sollst das Netzwerk ehren

Zentraler Punkt im Networking sind nach wie vor die Beziehungen zwischen Menschen. Wer in sozialen Netzwerken einen gewissen Status erlangen möchte und sich auf seinem Gebiet als Autorität etablieren möchte, muss sich seinem Netzwerk vorstellen und auch immer wieder Initiative ergreifen. Der Aufbau eines Netzwerks passiert nicht über Nacht.

4. Du sollst hochwertigen Content zu den Social Sites beitragen

Dass der Content, den ich anbiete, für die Leser interessant ist, ist von zentraler Bedeutung – d.h. keinen irrelevanten Spam senden und auch keine Schnellschüsse. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit, dass ich die Quellen zitiere, die ich ein meinen Beiträgen verwende.

5. Du sollst schnell handeln

Dies gilt vor allem, wenn ich Neuigkeiten verbreiten möchte, aber auch, wenn es darum geht, auf Beiträge, die mich oder mein Unternehmen/Produkt betreffen, zu antworten.

6. Du sollst die Quellen studieren, die es auf Social Sites zu etwas gebracht haben, um zu verstehen, was die Community mag

Woran erkennt man hohe Qualität auf Social News-Websites? Recherchieren, welche Art von Beiträgen in der Community beliebt sind, kann wertvolle Anregungen geben.

7. Du sollst dir Zeit nehmen

Es ist mit einigem Zeitaufwand verbunden, sich auf den verschiedenen Social Media Websites zu etablieren und ein Vertrauen aufzubauen

8. Du sollst deinen Freunden helfen

Es dreht sich alles um den Aufbau von Beziehungen. Sich konsequent für den Content von Freunden einzusetzen heißt, dass diese eher geneigt sind, dasselbe zu tun. Diese Websites sind sozialer Natur!

9. Du sollst in allen sozialen Netzwerken denselben Kontonamen verwenden

Damit steigen die Networking-Chancen für die Zukunft, denn wenn Sie es in einem sozialen Netzwerk zu etwas gebracht haben, werden die Nutzer auch in anderen sozialen Netzwerken Ihre Anhänger sein.

10. Du sollst dich von anderen sozialen Netzwerken inspirieren lassen

Fremdbestäubung, also die Übermittlung von Storys an mehrere soziale Netzwerke, ist ein gutes Mittel, auf Social Sites Erfolg zu haben.

Für mich bieten diese 10 Gebote einige Anregungen, die einerseits Verhaltensregeln betreffen, wie ich mich im Web 2.0 bewege, die aber auch Hinweise geben, wie Einzelpersonen (wie ich) und Unternehmen Social Media optimal nutzen können.

Ich freue mich über Kommentare und bin auch schon auf weitere Beiträge zu diesem Thema im Rahmen der Blogparade gespannt.

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