Mit Open Space zu neuen Ideen

Ich möchte heute einige Gedanken und Erfahrungen zu und mit Open Space teilen. Bei einem vor kurzem durchgeführten Open Space Workshop über 2 Tage mit 40 Teilnehmern entschieden mein Kollege und ich uns dafür, den Einstieg in den Workshop etwas „sanfter“ zu gestalten, um den Teilnehmern Zeit zu geben, warm zu werden und langsam in die Thematik einzutauchen. Wir verwendeten Elemente von „Appreciative Inquiry“, um den Fokus von Beginn an auf Positives zu lenken, auf Erfolgsstories und Dinge, die gut funktionieren. Wir luden die Teilnehmer ein, sich eine PartnerIn zu suchen und sich dann eine Geschichten über ein besonderes Erlebnisse in ihrer Arbeit zu erzählen, ein schönes Ereignis, ein Gespräch, eine Begegnung…

Zurück im Plenum, nahmen wir uns eine Stunde Zeit, diese teilweise sehr persönlichen und berührenden Geschichten zu hören. Nicht nur, dass die Energie und die Stimmung der ganzen Gruppe nach dem „Storytelling“ spürbar besser waren, boten die einzelnen Geschichten auch erste Anhaltspunkte für Stärken und Potenziale des Teams. Dies war deshalb wichtig, weil es beim anschließenden Open Space um die Erarbeitung strategischer Themen ging.

 Die Stärken von Open Space

Auch bei diesem Workshop konnten wir die Vorteile und Stärken dieser Methode deutlich erfahren:

Ein Open-Space-Workshop oder eine Open-Space-Konferenz beginnt und endet im Kreis. Der Kreis ist die fundamentale Form für eine offene Kommunikation. Ein Kreis hat kein Kopf- oder Fußende, kein Oben und Unten, keine unterschiedlichen Seiten, die man einnehmen könnte. In einem Kreis können die Leute einfach von Angesicht zu Angesicht zusammensitzen. Da spiegelt sich auch in unserer Sprache wider: Wir reden vom Kreis, nicht vom Quadrat unserer Freunde… Kreise erzeugen Kommunikation.

Open Space funktioniert, wenn sich die Menschen auf eine konkrete Aufgabe oder geschäftliche Frage konzentrieren, für die alle Beteiligten leidenschaftliches Interesse aufbringen.

Die Begleitung sorgt dafür, dass Zeit und Raum geschaffen und gesichert werden, damit die anstehenden Arbeiten erfolgreich bewältigt werden können. D.h. eine Atmosphäre schaffen, in der die Teilnehmer sich sicher fühlen – dies ist weniger eine Frage des Tuns, sondern eher des Seins.

Folgende vier Richtlinien soll die Begleitung beachten (Harrison Owen):

  • Zeige dich
  • Sei präsent
  • Sei ehrlich
  • Lass es laufen

Harrison Owen, der „Erfinder“ von Open Space, nennt eine einzige Methode, wie man eine Open-Space-Veranstaltung todsicher zum Scheitern bringen kann, nämlich indem man den Versuch macht, alles unter Kontrolle zu bringen („Der beste Begleiter tut nichts und bleibt völlig unsichtbar“).

Und Open Space soll Spaß machen, dann funktioniert es!

Links zum Thema:

Buchtipps:

1 Antwort
  1. Markus Becker
    Markus Becker says:

    Hallo Herr Paula,

    ich finde die Idee sehr schön, eine Sequenz des Appreciative Inquiry Ansatzes vor einen Open Space zu schalten. Das werde ich mir als Idee merken…. ;=)

    Vielleicht interessiert Sie noch diese ausführliche Anleitung zur Open Space Methode. ist nach meinem Wissen die derzeit längste und ausführlichste, die es im Moment gibt im deutschen Internet:
    http://www.organisationsberatung.net/open-space-methode-open-space-moderation/

    Freue mich über Rückmeldungen.

    Mit freundlichen Grüßen

    M. Becker

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