Appreciative Inquiry – aus Erfolgen lernen

Die Methode knüpft an Spitzenleistungen an und will Spitzenleistungen hervorbringen, sie ist ein Werkzeug der Organisationsentwicklung und gilt als Motor für Veränderungsprozesse: Die Rede ist von Appreciative Inquiry (AI), frei übersetzt ‚wertschätzende Erkundung und Entwicklung‘. Die Methode macht angenehme Erfahrungen und Erfolgserlebnisse zur Basis für zukünftiges Handeln. Das Neue besteht vor allem in dem lösungsorientierten, konstruktiven Ansatz: Während der Fokus des traditionellen Problemlösungsansatzes eher darauf gerichtet ist, weniger von dem zu tun, was nicht gut läuft, heißt das Motto von AI: mehr von dem, was funktioniert.

 Traditioneller Ansatz

  • Fokus: Probleme lösen
  • Identifizieren des Problems
  • Ursachen analysieren
  • Mögliche Lösungen erarbeiten
  • Maßnahmen planen
  • Grundannahme: Die Organisation hat Probleme, die gelöst werden müssen

 AI-Ansatz

  • Fokus: Wege und Lösungen finden
  • Verstehen und wertschätzen dessen, was da ist
  • Sich vorstellen, was sein könnte
  • Dialog Über das, was sein sollte
  • Sich vornehmen, was sein wird
  • Grundannahme: Die Organisation hat Geheimnisse, die entdeckt werden möchten

Jeder AI-Prozess beginnt mit einem Interview. Im Vorfeld trifft sich der Workshop-Begleiter mit Mitarbeitern aus dem Unternehmen. Diese Planungsgruppe schreibt zu den Themen, die die Richtung des Wandels vorgeben sollen, positiv formulierte Fragen auf. Diese wiederum werden in einem Interviewleitfaden zusammengefasst. Er bildet die Grundlage der Interviews während des AI-Workshops, zu denen sich die Teilnehmer paarweise zusammenfinden. Dabei beachten sie methodische Hinweise, die ihnen der AI-Begleiter zuvor mit auf den Weg gegeben hat: ‚Den anderen wie ein Geheimnis behandeln, das sich gerade lüftet. Als Interviewer sich in den anderen hineinversetzen und ihn erkunden.‘ So unterstützen die Interviewer die befragten Personen darin, sich an ihre Spitzenleistungen zu erinnern. In dieser ‚Discovery‘Phase des AI-Prozesses spielen persönlichen Erlebnisse und Emotionen der Teilnehmer die herausragende Rolle und prägen den weiteren Verlauf der Veränderung. Die Erlaubnis, persönliche Geschichten zu erzählen, führt dazu, dass tief liegende Erfolgsfaktoren des Unternehmens zum Vorschein kommen.

Die positiven Entdeckungen bilden einen fruchtbaren Boden für die sich anschließende Phase: das ‚Dreaming‘ (Visionieren). Dabei knüpfen die Teilnehmer gemeinsam an die Ziele an, die die Erzählungen zum Ausdruck gebracht haben. Ihre Visionen stehen in deutlicher Verbindung mit den in der Vergangenheit erreichten Situationen. So entstehen realitätsnahe Konstrukte der Zukunft. In den letzten beiden Abschnitten des AI-Workshops ‚Design‘ (Gestalten) und ‚Destiny‘ (Verwirklichen) “ brechen die Mitarbeiter ihre Visionen auf einzelne Unternehmensaspekte herunter und stellen To-Do-Listen auf. Für jeden einzelnen Bereich, der für den Veränderungsprozess wichtig ist, formulieren die Betroffenen Zukunftsaussagen, die auf ihre zuvor herausgearbeiteten Vorstellungen aufbauen. Wichtig dabei: Die Aussagen müssen positiv formuliert, verständlich, nachvollziehbar, erstrebenswert, konkret und erreichbar sein.

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